ÖPNV Ticker:
Einen Monat für 20 Euro Kommt das Sozialticket für die Region?

Einen Monat für 20 Euro Kommt das Sozialticket für die Region?

Region38. Für nur 20 Euro uneingeschränkt mit dem ÖPNV unterwegs sein – und das in der ganzen Region? Nach Vorstellung der „Linken“ soll das nun Realität werden. Wie es aus der Fraktion der Partei im Regionalverband Großraum Braunschweig heißt, seien die Weichen gestellt, um ein Sozialticket zu ermöglichen.

Das Sozialticket soll den Menschen, die regelmäßig „durchs Raster“ fielen ermöglichen, den ÖPNV in der gesamten Region zu nutzen. Eine Monatskarte kostet derzeit etwa 150 Euro in der Tarifzone 4, Sozialhilfen wie beispielsweise Hartz IV allerdings sehen nur etwa 26 Euro pro Monat für die Nutzung von Bussen und Bahnen vor. Die Kosten für ein Monatsticket seine für viele Bedürftige also nicht tragbar, dass müsse sich ändern, so die Linke.

100 Millionen für den Verkehr

Grund für die Forderungen der Linken ist eine Aussage von Verbandsdirektor Henning Brandes. Demnach sei kein Geld für die Finanzierung des Sozialtickets vorgesehen. Diese Position vertritt Brandes trotz der Aufstockung der Förderungen für den ÖPNV in der Region.

Keine Entscheidung des Verbandes

Bereits 2016 hatte das Land Niedersachsen für diese Förderung rund 30 Millionen Euro pro Jahr versprochen. Bis 2020 fördert das Land den Verkehr mit insgesamt 100 Millionen Euro. Die Linke sieht in diesen Mitteln die Möglichkeit, die Mobilitätswende zu beschleunigen und mit dem Personennahverkehr eine notwendige Alternative zum Auto zu schaffen. Das beinhalte auch die Realisierung eines Sozialtickets.

Brandes weist die Verantwortung für die Finanzierung eines solchen Tickets allerdings von sich. „Die Ausgabe von stark rabattierten Sozialtickets ist eine sozialpolitische Entscheidung, die nicht unerhebliche finanzielle Auswirkungen hat. Somit ist das keine Entscheidung des Regionalverbandes, sondern seiner Verbandsglieder, die Sozialhilfeträger sind und die entsprechende Ausgleichszahlungen leisten müssen“, so der Direktor gegenüber news38.de.

32.000 Sozialhilfe-Empfänger

Die Verbandsversammlung hatte erst im vergangenen Dezember beschlossen, mehrere Millionen in den Ausbau der Schienen-Nahverkehrs zu stecken. „Na klar muss die Infrastruktur ausgebaut werden. Jedoch fließen mittlerweile so viele Millionen Euro in den öffentlichen Personennahverkehr, dass es höchste Zeit wird, auch an die zu denke, die immer wieder durchs Raster fallen“, heißt es von Seiten der Linken.

In Braunschweig und Wolfsburg sind die Sozialtickets bereits Realität, im Landkreis Wolfenbüttel soll das Sozialticket kommen, und im Kreistag Gifhorn wird derzeit darüber diskutiert.

Der Bedarf ist akut: Allein in der Region des Verbundtarifs Braunschweig (VRB) leben etwa 32.000 Menschen von Sozialhilfeansprüchen. Ein Sozialticket könnte also all diesen Menschen eine Möglichkeit bieten, mobiler in der Region zu sein.

 

Quelle: News38
29.03.2018

Anmerkung: Evt. Sollte da mal über den Tellerrand geschaut werden. Wir wäre es, wenn wir mal bei unseren Nachbarn in Hannover schauen? Die Üstra/GVH betreibt dort nämlich seit Jahren Sozialtarife und das anscheinend erfolgreich. Vom Einzelfahrschein bis hin zur Monatskarte (MobilCard),
Hier mal ein überblick:
Einzeltickets: https://www.gvh.de/tickets-cards/tickets/gvh-sozialtarif/

Monatskarte: https://www.gvh.de/tickets-cards/cards/sozialtarif/

 

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