ÖPNV Ticker: GF: So soll der Bahnhof für Gifhorns Busse aussehen

GF: So soll der Bahnhof für Gifhorns Busse aussehen

GIFHORN  Bereits im Februar beginnt die Stadt, das Nahverkehrszentrum in der Bahnhofstraße umzugestalten.

 

Bürgermeister Matthias Nerlich macht Druck. Sobald die Frostgefahr abnimmt, sollen die Bauarbeiten möglichst im Februar beginnen. Noch 2017 will die Stadt 1,2 Millionen Euro verbauen. In der mehr als anderthalbjährigen Bauzeit bis Oktober 2018 dürfte es zwischen Bahnhof und Post eng werden. Insgesamt wird das Areal ein Vorzeigeprojekt. Geplant ist eine barrierefreie Schnittstelle für den Nahverkehr zwischen Bussen, Zügen, Autos und Fahrrädern. „Wir warten nur noch auf den Stundentakt der Regiobahn“, drängelte der Bürgermeister zuletzt beim Neujahrsempfang in Richtung des Großraumverbandes.

Wie sieht der Busbahnhof aus?

Das prägendste Element des neuen Busbahnhofs wird die mehr als 100 Meter lange Überdachung des Busbahnsteigs. „Die Stahlkonstruktion entsteht parallel zum Bahngleis“, erläutert Stadt-Sprecherin Annette Siemer die Details.

Darunter schirmen Wandscheiben die Passagiere ab. Der Clou: Darin sind Fahrplaninformationstafeln, die Bussteigbeschilderung und Ausstattungselemente wie Bänke und Abfalleimer integriert.

Wie pünktlich die Busse und Züge fahren, zeigt ein neues Echtzeit-System mit Fahrplaninformationen.

Wird es künftig heller?

Beleuchtet wird der Busbahnhof laut Siemer indirekt über ins Dach integrierte LED-Lampen. Auf diese Technik setzten auch die Leuchten, die gezielt die Fahrbahnen vor den Bussteigen erhellen. Normale Laternen gibt es also am Busbahnhof gar nicht. Die setzen allerdings als Licht stelen den westlichen Bahnhofsvorplatz in Szene. Für die Fahrbahnen sind acht Meter hohe LED-Laternen vorgesehen.

Wichtigste Pflasterfarbe für Geh- und Wegeflächen wird Beige. Die einheitlichen Betonsteine sollen den Platzcharakter stärken und für eine angenehme Atmosphäre sorgen.

Dank erhöhter Kasseler Borde für Gehbehinderte und ertastbarer Bodeneinbauten für Sehbehinderte ist die gesamte Anlage barrierefrei. Asphalt gibt es im neuen Busbahnhof allerdings doch noch. Siemer: „Die Fahrbahn der Bahnhofstraße wird damit hergestellt.“ Von der Braunschweiger Straße kommend und auf Höhe des Busbahnhofs ist die Straße 6,50 Meter breit, in der Kurve noch etwas aufgeweitet. Westlich des Bahnhofsgebäudes geht die Fahrbahnbreite auf sechs Meter zurück. Dort herrscht weniger Verkehr.

Wird das Parken einfacher?

Beim Unterbau der Busfahrspuren hat die Stadt aus den Erfahrungen mit der Treffpunkt-Haltestelle in der Hindenburgstraße gelernt, wo sich immer wieder Spurrillen bilden. Am Busbahnhof werden Stellflächen und Fahrbahnen aus Beton gebaut, um den hohen Belastungen des Busbetriebs dauerhaft standzuhalten.

Berufspendler, die zurzeit eher wild auf unmarkierten Flächen und Rampen parken, können sich auf 80 große Stellplätze freuen. Die bekommen Annette Siemer zufolge mit 4,50 Meter Länge plus 70 Zentimetern Überhang eine ordentliche Größe. Die Parkboxen sind senkrecht nebeneinander angeordnet. Hier und da soll eine Platane in einer Baumscheibe die Reihen auflockern.

Für die Überhangfläche haben sich die Planer etwas Pfiffiges einfallen lassen: Sie nutzen dafür das in der Bahnhofstraße vorhandene alte Naturstein-Großpflaster, das dadurch gut zur Geltung kommt.

Fahrradpendler können sich auf eine abschließbare Sammelgarage für ihre Räder freuen, auf eine überdachte Bike-und-Ride-Anlage und Ladesäulen für Elektroräder.

Und woher kommt das Geld?

Für die rund vier Millionen Euro Kosten setzt die Stadt Sprecherin Siemer zufolge auf Fördermittel. Zu den 3,1 Millionen Euro für den zentralen Busbahnhof wird die Landesnahverkehrsgesellschaft gut 900 000 Euro zuschießen. So viel ist jedenfalls beantragt. Die neue Bahnhofstraße kommt auf 915 000 Euro Kosten. Daran müssen sich die Anlieger mit den üblichen anteiligen Beiträgen von 590 000 Euro beteiligen.

Blockiert die Baustelle alles?

Schwierig wird die Bauorganisation. „Da der Kundenverkehr für die Bahn, der Busbahnhof und die Post in ihrem Betrieb aufrechterhalten bleiben müssen, kann die Maßnahme nur abschnittsweise umgesetzt werden“, ist den Planern Siemer zufolge bewusst.

Bis Juni 2017 sollen die neuen Pendler-Parkplätze fertiggestellt sein. Die sollen dann teilweise als provisorische Bushaltestelle dienen.

In den Sommerferien 2017 ohne Schulbusverkehr kommt eine Ausweich-Haltestelle an der Braunschweiger Straße dazu. Dann werden in der Bahnhofstraße neue Rohre verlegt. Außerdem passen die Straßenbauer die Einmündung der Bahnhofstraße in die Braunschweiger Straße an. Bis November sollen die Flächen vor der Post fertig sein. Danach geht es an den eigentlichen Busbahnhof, der samt Dach bis Mai 2018 stehen soll.

Zum Abschluss wären noch die Flächen rund um das stadteigene Bahnhofgebäude zu pflastern, das bis auf abzureißende Außentoiletten vorerst unverändert stehen bleibt. Die Stadt hat vor, in der Wartehalle einen Kartenverkauf einzurichten. Das Stellwerk bleibt ohnehin im Gebäude.

Quelle: GF Rundschau
09.02.2017

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