ÖPNV Ticker: Stadtbahnausbaukonzept: Schiene effizienter als E-Busse

Stadtbahnausbaukonzept: Schiene effizienter als E-Busse

Die Elekrobusse sind seit 2014 im Einsatz. Doch dem Schienenverkehr sind sie unterlegen. Foto: Archiv/Verkehrs GmbH

Braunschweig. Derzeit informiert die Verwaltung ausführlich über das neue Stadtbahnausbaukonzept. Eine Frage, die immer wieder gestellt wird ist, warum man anstelle der neuen Stadtbahn-Strecken nicht einfach Elektro-Buslinien anbietet. Der Grund liegt vor allem in der Effizienz.

„Auf erwartungsgemäß stark nachgefragten Verbindungen spricht für Stadtbahnen vor allem die höhere Beförderungskapazität. Eine Stadtbahn ersetzt im Schnitt 2,5 Busse“, so die Erklärung der Verwaltung. Eine Stadtbahn des Typs Tramino könne in Braunschweig über 200 Personen befördern, in einem großen Bus (Gelenkbus) fänden etwa 100 und in einem kleinen Bus (Solobus) etwa 65 Personen Platz. Das wirke sich auch auf die Personalkosten aus. Für die Beförderung von 200 Personen auf einer Fahrt fielen mit der Stadtbahn Kosten für einen Fahrer an, mit Bussen im Schnitt 2,5 Fahrer.

Mit der Bahn am Stau vorbei

Fahren die Stadtbahnen getrennt von den Fahrspuren des Individualverkehrs, ergibt sich ein weiterer Vorteil: „So sind sie unabhängig von Stau- und Störungssituationen auf den Straßen und können hohe Fahrgastkapazitäten schneller am Stau vorbei befördern. Deshalb wird im Stadtbahnausbaukonzept angestrebt, möglichst viele Strecken auf eigenen Gleiskörpern bauen zu können“, so die Verwaltung. Darüber hinaus sei die Ausweisung weiterer Busspuren in Braunschweig für einen reibungsloseren Busverkehr ebenfalls wünschenswert.

Welches ist das System der Zukunft?

Ein weiteres Problem der E-Busse sei, dass noch nicht klar ist, wie das alternative Antriebssystem der Zukunft aussehen wird. Es sei offen, welches System der Elektro-Mobilität sich bei Bussen am Ende durchsetzen und welche Rolle die Brennstoffzelle in Zukunft spielen wird. „Braunschweig hat gute Erfahrungen mit dem induktivem Ladesystem für Busse (Elektromobilität für induktive Ladung – emil) mit vier Elektro-Gelenkbussen im Praxisbetrieb auf der Ringlinie 419 sammeln können. Doch noch ist nicht ausreichend erwiesen, welche langfristigen Betriebskosten sich aus dem im Verhältnis zu Dieselbussen höheren Anschaffungskosten von Elektrobussen, Energieverbrauch, Teileverschleiß, Lebenszeit der Batterie und den notwendigen Investitionen in die Infrastruktur ergeben“, heißt es. Die Elektromobilität mittelfristig flächendeckend auf die Busflotte der Verkehrs-GmbH auszudehnen, sei anstrebenswert. Wie der Dieselbus sei aber auch der Elektrobus kein Ersatz für ein gut ausgebautes, leistungsstarkes Stadtbahnsystem.

 

Quelle: RegionalBraunschweig
31.01.2017

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