Landesregierung verschiebt das günstige ÖPNV-Ticket für Schüler

Region. Für Niedersachsen sollte ein günstiges Schülerticket eingeführt werden. So hatten es SPD und CDU im Koalitionsvertrag festgehalten. Und so sollte es auch eigentlich schon bald an den Start gehen. Doch nun wird es vorerst nicht kommen, wie der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Bernd Althusmann im Gespräch mit regionalHeute.de erklärte.

Grund für den Rückzug und die Aufschiebung seien finanzielle Engpässe der Landesregierung. Man wolle jedoch die Finanzierung des Tickets in die Haushaltsberatungen im kommenden Jahr wieder aufnehmen, so Althusman im Interview mit regionalHeute.de. Die Aufschiebung des Projekts sorgt sowohl beim Stadtjugendring Braunschweig, als auch bei den Braunschweiger Landtagsabgeordneten der SPD für Kritik. Man erwarte, dass umgehend neue Konzepte vorgelegt werden. Es dürfe nicht sein, dass junge Menschen schon wieder das Nachsehen haben, nachdem sie bereits bei den Lockerungen der Kontaktbeschränkungen und Corona bedingten behördlichen Verbote erst ganz zum Schluss berücksichtigt wurden. Wenn Gelder für Rettungsschirme für die Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden, müssen diese für die Kinder und Jugendlichen erst Recht vorhanden sein. Die Legislaturperiode endet 2022. Viel Zeit bleibt also nicht mehr, die angekündigten Verbesserungen anzugehen, so der Stadtjugendring in einem offenen Brief an die SPD-Landtagsabgeordneten, in dem sie um Unterstützung baten.

„Ein sozialdemokratisches Kernanliegen“

Die Antwort der SPD-Abgeordneten auf die Bitte des Stadtjugendrings folgte prompt. Die Braunschweiger SPD-Abgeordneten Annette Schütze, Dr. Christos Pantazis und Christoph Bratmann teilten mit, dass sie weiterhin zu einem erschwinglichen Schülerticket für ganz Niedersachsen, stehen. In einer gemeinsamen Stellungnahme sagen sie: „Das regionale Schülerticket war und ist für uns ein sozialdemokratisches Kernanliegen. Dafür haben wir uns in Braunschweig im Stadtgebiet (15-Euro-Ticket) und regionsweit (30-Euro-Ticket) erfolgreich stark gemacht und werden dies im Land auch weiterhin tun. Für uns steht fest, dass die im Koalitionsvertrag festgelegten Zielsetzungen grundsätzlich auch weiterhin gültig sind.“

Im Video-Interview mit regionalHeute.de erklärt Bernd Althusmann noch einmal die weitere Vorgehensweise beim Thema Schülerticket. Und auch Kai Fricke, Geschäftsführer Stadtjugendring und die SPD-Landtagsabgeordnete Annette Schütze beziehen eindeutig Stellung zur Aufschiebung und zu ihren jetzigen Forderungen.

 

Quelle: RegionalHeute
28.09.2020

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